Prof. Dr. Jacqueline Otten
Eigentlich unvorstellbar: Der MINI, das vielleicht coolste, «hippste» und begehr-teste Auto der Welt soll 50 Jahre alt sein? Das Flower-Power-Boogie-Woogie-Pop-Art-Gefährt schlechthin, das wie kaum ein anderes Objekt für die Swinging Sixties, Popkultur und Aufbruch steht? Kann das sein?
Es kann. Der MINI zeigt, wie unglaublich wandlungsfähig Objekte der Alltagskultur sein können. Als Sir Alec Issigonis das Auto vor 50 Jahren entwarf, sollte es nur praktisch und preiswert sein. Das war alles, was zählte. Und genau diese Eigenschaften waren es, die ihm später zum Kultstatus verhalfen. Praktisch und preiswert – das war doch genau das, was junge Menschen, Künstler, Hippies und Studenten in den 60er und 70er Jahren brauchten. Und ihr wildes und jugendliches Image übertrug sich binnen kurzem auf das Auto. Dann kamen noch ein paar Fotos von den Beatles auf den MINI, und schon waren alle Zutaten für ein Kultfahrzeug vorhanden.
Was übrigens noch in den 90er Jahren längst nicht von allen so gesehen wurde. Nach der Übernahme von Rover durch die BMW Group setzte der damalige Designchef Chris Bangle zwei verschiedene Teams daran, einen Nachfolger des mittlerweile seit fast vier Jahrzehnten kaum verändert gebauten Originals zu entwerfen. Ein Team bei Rover in England löste sich bei seinen Entwürfen völlig vom Vorgänger und kreierte «spacige» und futuristische Kleinwagen. Bloss nicht wie ein MINI aussehen, war die Devise. Das Team in München dagegen hielt an der markanten Design-Kultur des Vorbilds fest und modernisierte entschlossen das Original. Wie recht es damit hatte, zeigt der überragende Erfolg des seit dem Jahr 2001 verkauften New MINI.
Eine wahre Erfolgsgeschichte mit bleibendem Charakter also, die im Jahr 1959 begann. Wie so viele andere auch: Mit Ben Hur kam einer der ganz großen Werke der Filmgeschichte auf die Leinwand. Mit Memory wurde ein Klassiker der Spiele-Kultur erfunden. Und Miss Barbie erblickte genauso erstmals das Licht der Welt, wie die Autorin dieser Zeilen. Ein wunderbares Jahr, finden Sie nicht?
Prof. Dr. Jacqueline Otten,
Direktorin Departement Design, Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK)

Der MINI wird 50 – incredible, nicht wahr?

Eigentlich unvorstellbar: Der MINI, das vielleicht coolste, «hippste» und begehrteste Auto der Welt soll 50 Jahre alt sein? Das Flower-Power-Boogie-Woogie-Pop-Art-Gefährt schlechthin, das wie kaum ein anderes Objekt für die Swinging Sixties, Popkultur und Aufbruch steht? Kann das sein?

Es kann. Der MINI zeigt, wie unglaublich wandlungsfähig Objekte der Alltagskultur sein können. Als Sir Alec Issigonis das Auto vor 50 Jahren entwarf, sollte es nur praktisch und preiswert sein. Das war alles, was zählte. Und genau diese Eigenschaften waren es, die ihm später zum Kultstatus verhalfen. Praktisch und preiswert – das war doch genau das, was junge Menschen, Künstler, Hippies und Studenten in den 60er und 70er Jahren brauchten. Und ihr wildes und jugendliches Image übertrug sich binnen kurzem auf das Auto. Dann kamen noch ein paar Fotos von den Beatles auf den MINI, und schon waren alle Zutaten für ein Kultfahrzeug vorhanden.

Was übrigens noch in den 90er Jahren längst nicht von allen so gesehen wurde. Nach der Übernahme von Rover durch die BMW Group setzte der damalige Designchef Chris Bangle zwei verschiedene Teams daran, einen Nachfolger des mittlerweile seit fast vier Jahrzehnten kaum verändert gebauten Originals zu entwerfen. Ein Team bei Rover in England löste sich bei seinen Entwürfen völlig vom Vorgänger und kreierte «spacige» und futuristische Kleinwagen. Bloss nicht wie ein MINI aussehen, war die Devise. Das Team in München dagegen hielt an der markanten Design-Kultur des Vorbilds fest und modernisierte entschlossen das Original. Wie recht es damit hatte, zeigt der überragende Erfolg des seit dem Jahr 2001 verkauften New MINI.

Eine wahre Erfolgsgeschichte mit bleibendem Charakter also, die im Jahr 1959 begann. Wie so viele andere auch: Mit Ben Hur kam einer der ganz großen Werke der Filmgeschichte auf die Leinwand. Mit Memory wurde ein Klassiker der Spiele-Kultur erfunden. Und Miss Barbie erblickte genauso erstmals das Licht der Welt, wie die Autorin dieser Zeilen. Ein wunderbares Jahr, finden Sie nicht?

Prof. Dr. Jacqueline Otten, Direktorin Departement Design, Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK)

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